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Open Source ≠ kostenloser Service

von Markus Heiden

Hat man ein Problem mit einer Open Source Software, wie z.B. fehlerhaftes Verhalten oder mangelnde Peformance, stellt sich die Frage, wer die Software anpassen kann. Hinter vielen OpenSource-Projekten stecken Firmen, die über Support-Verträge jeden Wunsch erfüllen können. Allerdings steht diese Option nicht allen offen, da die Kosten (verständlicherweise) ggf. auf dem Niveau von kommerzieller Software liegen. Dank Open Source bietet sich aber auch die Möglichkeit,  das Problem selbst zu beheben. Wenn man sich in die Benutzung eines Open-Source-Projekts so eingearbeitet hat, dass man auf dessen Fehler stößt, ist der Schritt zum Verständnis des Codes des Projekts meist nicht mehr groß.

Behebt man nun selbst sein Problem, hat man es zwar gelöst, ist aber vorerst an die konkrete, gepatchte Version gebunden. Das führt dazu, dass man den Patch für jede neue Version manuell anpassen müsste, was aber wahrscheinlich mangels Ressourcen nicht geschieht, womit man auf dem gepatchten Stand festhängt.

“Halt! – ist es nicht das Versprechen von Open Source, dass die Community Bugfixes und Features entwickelt, die in die Software einfließen und so das Produkt immer besser machen?”

Eine berechtigte Frage. Man kann den Patch schließlich beim Open-Source-Projekt einreichen. Das ist aber leider keine Garantie, dass der Patch auch zeitnah übernommen wird. Dazu aus eigener Erfahrung: Als wir einen Bugfix bei Hibernate einreichen wollten, gab einer der Hibernate-Entwickler zu, ein „Luxus-Problem“ zu haben; er musste nämlich entscheiden, welcher Input aus der Community in welcher Reihenfolge in das Produkt integriert wird. Das hört sich einerseits ganz gut an, weil viele Menschen an diesem Projekt interessiert sind und es auch weiterentwickeln, bedeutet aber andererseits, dass diese Menschen ggf. lange darauf warten müssen, bis ihr mühsam entwickelter Patch übernommen wird. Das frustriert und führt dazu, dass man lange auf veralteten, gepatchten Versionen festhängt oder viel Aufwand für den Versionswechsel hat.

Das Hibernate-Team hätte unseren Patch im Rahmen des bezahlten Supports natürlich sehr kurzfristig in das Produkt integriert. Das ist auch völlig nachvollziehbar. Nur erwartet es eben nicht jeder Gelegenheitsnutzer von Open Source Software so.

Man erkennt daran, dass der Einsatz von Open-Source-Software durchaus mit Folgekosten verbunden sein kann. Gerade in größeren Projekten oder Projekten mit speziellen Anforderungen, kann sich ein größerer Mehraufwand ergeben, der anfangs nicht eingeplant wurde. Die Arbeit, die viele Entwickler für Open Source Software leisten, muss bei professioneller Qualität letztendlich auf irgendeinem Wege bezahlt werden.

Serviceleistungen sind eigentlich nie wirklich kostenlos, auch nicht für Open Source Software.

von
Administrator


Datum:
8. Februar 2010 um 18:41

Kategorie:
Technik


Ein Kommentar

Eine Antwort auf 'Open Source ≠ kostenloser Service'

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  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von FOSSwiki, Carola Lilienthal erwähnt. Carola Lilienthal sagte: #Opensource != kostenloser Service http://blog.c1-wps.de/?p=23 #blog [...]

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