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Archiv für März 2010

Bericht von der Software Engineering 2010

von Heinz Züllighoven

Überblick

Die letzte Woche im Februar – das ist seit einigen Jahren der Termin der deutschsprachigen Software Engineering Konferenz; in diesem Jahr organisiert von Gregor Engels, Wilhelm Schäfer und ihren Teams in Paderborn. Ein Blick in die Proceedings macht deutlich, dass in den wissenschaftlichen Beiträgen die aktuellen Probleme der Software-Entwicklung aufgegriffen werden: Komponentenmodelle, Architekturstile, modellgetriebene Software-Entwicklung, Produktlinien und Requirements Engineering. Interessant ist aus meiner Sicht, dass das Thema Qualität als Querschnitt überall zu finden ist, ob als Test, werkzeuggestützte Analyse, als Benchmarking oder als Qualitätssicherungsmodelle. Beruhigend, dass wir in der C1 WPS offenbar die richtigen Akzente für unsere forschungsnahen Ansätze gesetzt haben.

Die “Software Engineering” ist über die Jahre zu einem Treffpunkt der anwendungsorientierten Softwaretechniker an den Hochschulen geworden Das ist offenbar auch für Industrievertreter zunehmend interessant, wie die Resonanz auf den Industrietag zeigte. Software Engineering ist als Ingenieursdisziplin mittlerweile arriviert. Tradition ist immer mit Personen verknüpft. Manfred Nagl, im Herbst in Aachen emeritiert,  hat als einer der ersten Softwaretechnik-Professoren in einem klugen und warmherzigen Beitrag auf seine Arbeit zurückgeblickt und durch Bezüge zu seinen Schülern, von denen viele im Saal waren, verdeutlicht, wie sehr er die deutsche Softwaretechnik geprägt hat.

Informatik-Transfer

In diesem Jahr hat Stefan Sauer vom s-lab in Paderborn das erste Forum für Informatik-Transferinstitute organisiert. Guido Gryczan und ich haben HITeC e.V. vertreten. Die Beiträge der anderen acht vertretenen Zentren haben gezeigt, dass vergleichbare Ziele und  Aktivitäten an vielen Orten gefördert werden. Ich habe schon mit einem leicht bitteren Gefühl wahrgenommen, wieviel politische und finanzielle Unterstützung die anderen vor Ort finden. Da sollte sich an der Hamburger Universität vielleicht doch noch etwas bewegen lassen.

Anregungen

Was fand ich besonders anregend? Wir befassen uns ja schon lange mit der Analyse und Visualisierung von großen Software-Systemen.  Hier fiel mir ein Ansaz von Peter Liggesmeyer aus Kaiserslautern auf -  Software-Systeme werden mit ihren Bezügen als Bubble Charts dargestellt. das werden wir uns genauer ansehen.

Die gezeigten Beispieldiagramme visualisieren den Komplexitätsaspekt “Einsatz von Compiler-Schaltern” für alle Module eines eingebetteten Systems aus dem Automative-Bereich und wurden in einem Projekt des Fraunhofer IESE erstellt. (Vielen Dank an Jürgen Münch für die Bereitstellung der Grafiken!)

Und dann hat Claus Lewerentz aus Cottbus wieder ein paar neue Ideen. Als einer der Väter des Software-Tomographen hat er jetzt die Städtebau-Metapher für Software in ihrer archäologischen Variante aufgegriffen. Softwaresysteme mit ihren sich über die Zeit verändernden Modulen werden wie die Sedimentschichten in den Ausgrabungen einer antiken Stadt dargestellt. So lassen sich wachsende und verschüttete Software-Subsysteme sehr anschaulich repräsentieren. Wir haben Claus Lewerentz hoffentlich zu einem Gastvortrag im Dienstagsseminar des Sommersemester gewinnen können.

Drei Tage SE 2010 in Paderborn mit vielen Gesprächen waren spannend und ein bisschen anstrengend. Viele Kollegen haben mich auf unsere SE 2007 angesprochen und  anerkennend gemeint, dass wir in Hamburg damit die Messlatte für diese Konferenzreihe schon sehr hoch gehängt hätten – was mich natürlich sehr gefreut hat!

von
breitling


Datum:
3. März 2010 um 07:30

Kategorie:
Ereignis

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