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Archiv für April 2010

WPS-Klausurtage 2010 oder wie der WPS-Open Space funktioniert

von Carola Lilienthal

Jedes Jahr fährt die ganze WPS für ein Wochenende auf WPS-Klausurtage in ein Hotel im Hamburger Umland. Dieses Jahr waren wir im Best Western Premier Castanea Resort Hotel in Adendorf bei Lüneburg. Eine sehr zu empfehlende Location: Das Hotel hat eine moderne Ausstattung, Spa-Bereich und einen Golfplatz. Abends unterhält ein Klavierspieler die Gäste an der Bar und die Bar bleibt ohne Murren so lange geöffnet, wie die Gäste durchhalten.

Zwei Dinge sind uns an diesen Wochenenden wichtig:

  • Einmal im Jahr alle Kollegen treffen: mit alten Bekannten sprechen und die neuen Gesichter in der WPS kennenlernen. Dazu bietet sich reichlich Gelegenheit beim Essen, in der Sauna, beim Sport, an der Bar, beim Pokerspiel und während der Open Spaces tagsüber (s. Konferenz-Konzept Open Space).
  • Die aktuelle Lage und die Zukunft der WPS mit der ganzen Firma im WPS Open Space diskutieren und die Entwicklung der kommenden Jahre mitbestimmen.

Um die Diskussionen zu fokussieren, veröffentlicht die Geschäftsleitung ca. einen Monat vor den Klausurtagen ein Thema. In diesem Jahr war es: “WPS 2015 – was und wie viele wollen wir sein?”. Die gesamte WPS ist nun aufgerufen, Diskussionsvorschläge zum Thema zu entwickeln. Am Freitag Abend werden die Diskussionsvorschläge für die Open Spaces in großer Runde vorgestellt und die Teilnehmer stimmen ab, über welche Themen sie diskutieren wollen. Insgesamt können am Samstag Vormittag 12 Themen verteilt auf drei Zeiteinheiten und vier Räume “bearbeitet” werden.

Samstag Vormittag machen sich diejenigen, die ein Thema vorgeschlagen haben, mit einem Protokoll auf in den ihnen zugewiesenen Raum für ihren Open Space und warten auf die Teilnehmer. Die Teilnehmer gehen zu den Open Spaces, die sie am meisten interessieren und es ist absolut erwünscht, dass man einen Open Space verlässt, wenn man nichts mehr beizutragen hat. So entsteht ein reger Austausch zwischen den parallelen Open Spaces, ähnlich wie in den Pausen auf Konferenzen – das Konzept “Open Space” wurde in Anlehnung an diese Pausen-Erfahrung gestaltet: “In den Pausen auf Konferenzen werden die eigentlich spannenden und wichtigen Diskussionen geführt! Die Teilnehmer bringen die Themen selbst auf und man kann kommen und gehen, wie man will!” Zu jedem Open Space werden vom Leiter der Diskussion die Teilnehmer, die Diskussionspunkte, die Ergebnisse und die gewünschten Maßnahmen protokolliert.

Der Samstag Nachmittag und Abend sind den Freizeitbeschäftigungen gewidmet, so dass wir am Sonntag Vormittag mit frischer Kraft, die Maßnahmen aus den Open Spaces bewerten können. Jeder Teilnehmer kann sieben Punkte auf die verschiedenen Maßnahmen verteilen, so dass ein Meinungsbild zu den Maßnahmen entsteht. Die Maßnahmen werden schließlich der Geschäftsleitung übergeben, die die Maßnahmen ihrerseits bewertet und mit der Umsetzung beginnt. Im laufenden Jahr informiert die Geschäftsleitung auf regelmäßigen Treffen über den Fortgang der Maßnahmen, so dass bis zu den kommenden Klausurtagen ein Großteil der Maßnahmen umgesetzt sein sollten.

Sonntag Nachmittag fahren schließlich alle voll mit neuen Eindrücken und Themen aber auch sehr müde wieder nach Hause – besonders weil uns in diesem Jahr die Zeitumstellung eine Stunde geraubt hat!

von
lilienthal


Datum:
19. April 2010 um 21:06

Kategorie:
Ereignis

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Das Ende der Salamitaktik?

von Holger Breitling

Analogien zwischen IT und Bauwesen haben Konjunktur. Aus diesem Blickwinkel erscheint mir ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (“Salamitaktik”) vom 29. März 2010 bemerkenswert.

Dort wird vom Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft berichtet, der die Kostenexplosion beim Bau der Elbphilharmonie kritisch überprüfen soll. Der Artikel stellt fest:

Dieser Untersuchungsausschuss könnte weitreichende Konsequenzen für öffentliche Bauten in Deutschland haben. Denn die parlamentarische Aufarbeitung der Kostenexplosion bei der Elbphilharmonie, die die Hamburger SPD jetzt beschlossen hat, will eine beliebte Praxis beim Bau von Renommee-Projekten beleuchten, deren Erfolg leider davon abhängt, dass sie geheim bleibt: Die Unterdrückung realistischer Kostenschätzungen von öffentlichen Bauten in der Entscheidungsphase, um die Zustimmung für spektakuläre Projekte zu erreichen.

Das Prekäre am Hamburger Untersuchungsausschuss aber sei, dass er diesen Bluff beweisen wolle, und ihm das vermutlich auch gelingen könne. In der Folge werde es in Zukunft möglicherweise ungleich schwerer, Unterstützung für das Besondere zu finden.

Gerüchteweise kommt es auch in IT-Projekten vor, dass interessierte Kreise übertrieben optimistische Schätzungen zur Grundlage von Entscheidungen machen, um “Unterstützung für das Besondere” zu finden…

Glücklicherweise (?) gibt es in diesem Umfeld aber kaum einmal Untersuchungsausschüsse.

Open Model Initiative auf der Modellierung 2010

von Heinz Züllighoven

Klagenfurt, 24. März 2010

Kollege Dimitris Karagiannis, Universität Wien, Ex-Chef und Graue Eminenz der Firma BoC, hatte Holger Breitling und mich zu seinem Workshop  über seine Open Model Initiative am Rande der Konferenz Modellierung 2010 in Klagenfurt eingeladen. Seine bereits lange gehegte Idee:  Referenzmodelle von Geschäfts- und Unternehmensprozessen, die mit unterschiedlichen Methoden erstellt werden, einer offenen Gemeinde, ähnlich der Open Source Community, zur Verfügung zu stellen.  Natürlich wurde heftig diskutiert, ob Referenzmodelle für Unternehmensprozesse überhaupt sinnvoll und praktikabel sind. Neben den Referenzmodellen selbst geht es auch um die gemeinschaftliche Fortentwicklung freier Tools und Modellierungsmethoden. Dieser Aspekt erscheint uns besonders wichtig, da er die Grundlage für einen effektiven Austausch über Referenzmodelle bildet.

Der Teilnehmerkreis war gut ausgewählt: Elmar Sinz, Ulrich Frank, Heinrich Mayr und Florian Matthes zählen sicherlich zu den renommierten Vertretern der Modellierer. Holger und ich haben über die Konzepte und Prinzipien unserer eGPM-Methode vorgetragen. Zum ersten Mal vor einem solchen Publikum hatte ich den deutlichen Eindruck, dass unserer Thesen zur Verständlichkeit von Modellen, ihrer notwendigen Unvollständigkeit und der Unmöglichkeit, sie insgesamt formal zu bearbeiten, nicht auf Unverständnis und Kopfschütteln trafen. Ganz im Gegenteil, Ulrich Frank und Florian Matthes haben mit uns gleich über mögliche Arbeitstreffen in Hamburg gesprochen, damit wir unsere wechselseitigen Erfahrungen und Konzepte einmal ausführlicher diskutieren können

von
breitling


Datum:
9. April 2010 um 06:59

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