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Archiv für Tag ‘softwareprojekte’

WAM-Workshop 2010

von Dr. Carola Lilienthal

Am 11. und 12. November hat die WPS zum 12. Mal in Folge ihren alljährlichen WAM-Workshop ausgerichtet. Der Name “WAM-Workshop” hat inzwischen eine 12-jährige Tradition und macht deutlich, welcher Methodik die WPS seit vielen Jahren folgt: Dem Werkzeug-Automat-Material-Ansatz.

Siebzig Teilnehmer lauschten tagsüber den Vorträgen und ca. 80 Gäste folgten unserer Einladung zum WAM-Workshop-Dinner am Donnerstagabend auf den Süllberg. Die Vorträge auf dem WAM-Workshop werden in der Regel von einem Kundenvertreter und einem Mitarbeiter der WPS gehalten und stellen neue Entwicklungen und Projektergebnisse aus dem vergangenen Jahr vor. Hinzu treten spannende eingeladene Vorträge aus dem kommerziellen und wissenschaftlichen Netzwerk der WPS.

Die beiden Vortragstage durften wir, wie in den letzten drei Jahren, im Viehhauser an den St. Pauli Landungsbrücken verbringen. Der Vortragsraum des Viehhausers besticht durch sein sensationelles Panorama mit einem uneingeschränkten Blick auf die Elbe. Auf dem Foto ist zu sehen, dass wir aufgrund des herrlichen Wetters am Donnerstagvormittag im vorderen Bereich die Vorhänge zuziehen mussten, damit die Folien trotz Sonnenstrahlen zu erkennen waren. Der Elbblick musste in den vorderen Reihen damit auf die Pausen verlegt werden.

Am Donnerstag starteten wir das Programm mit drei Vorträgen zum Thema IT-Bauaufsicht.  Die Mitarbeiter der WPS sind in den letzten Jahren immer weiter in diese Rolle hineingewachsen und haben bei verschiedenen Kunden (u.a. Haufe-Lexware und ZEUS) Erfahrungen mit dieser neutralen, beratenden und mit IT-Sachverstand die Situation beim Kunden und Anbieter bewertenden Rolle gemacht. Über die Mittagszeit setzten wir das Programm dann mit Vorträgen aus unserem von der Innovationsstiftung Hamburg geförderten Projekt “GeneAL – Generische Architekturen für Leitstände” fort. Die drei Projektpartner HPA, HHLA und DESY stellten den Stand der inzwischen einjährigen Projektarbeit vor und präsentierten verschiedene Konzepte und Prototypen zur Unterstützung der Kooperation und Arbeit in Leitständen. Im Anschluss an das GeneAL-Projekt erfuhren die Teilnehmer von der erfolgreichen Pilot-Einführung eines iterativ-inkrementellen Vorgehensmodells bei Haufe-Lexware, welches nun unternehmensweit ausgedehnt werden soll. Abgerundet wurde der erste Tag des WAM-Workshops durch einen äußerst unterhaltsamen Vortrag von Dr. Reinhard Budde zur Deutschen Digitalen Bibliothek. Reinhard Budde ist der WPS seit vielen Jahren verbunden: er hat in einer gemeinsamen Dissertation mit Heinz Züllighoven die WAM-Tradition, ausgehend von der Theorie von Heidegger, begründet.

Vom Viehhauser ging es am Donnerstag um 18 Uhr per Bus zum Abendessen auf den Süllberg. Im Bistro der Süllbergterassen durften wir ein exzellentes Dinner aus vielfältigen Vorspeisen (Scampi, Merguez, Ziegenkäse, Clamarie, Zampone, Gemischter Salat), Hauptgang (Schellfisch mit Mangoldsalat, Mirabellen und mariniertem Ricotta oder Praline von der Kalbshaxe mit Reneklodenküchlein auf Artischocken-Tomatenragoût) und Nachtisch (Zwetschgentarte mit Joghurteis) genießen.

In sehr angenehmer Atmosphäre konnten wir uns 3 1/2 Stunden lang mit unseren Tischnachbarn austauschen und so die Erlebnisse des Tages und viele weitere Themen diskutieren.

Am Freitag  wurde der Tag durch einen überaus spannenden Vortrag unserer Linzer Freunde zu Location Based Services und ihrem Praxiseinsatz in der Logistik-Branche eingeleitet. Anschließend durften wir die Erweiterung von SOPERA um EDI kennenlernen und Dr. Hartmut Obendorf hat uns mit wunderbar minimalistischen Folien über die Performanz von Webseiten informiert. Nach dem Mittagessen, das wir wie am Donnertag an Stehtischen im Viehhauser mit Blick auf die inzwischen verhangene Elbe genießen konnten, folgte ein kurzweiliger Vortrag über die Integration von Neu- und Bestandsanwendungen für Banken in ein benutzerfreundliches einheitliches Look-and-Feel sowie ein gut strukturierter Beitrag zum mobilen Web und seinen vielen unüberschaubaren technologischen Möglichkeiten. Den letzten Vortrag hielt schließlich Dr. Guido Gryczan zu einem weiteren geförderten Projekt der WPS, das den Schriftsprachenerwerb für Gehörlose mit Web 2.0-Techniken erleichtern wird. Die Zuhörer sind neben technischen Details nun alle in der Lage, diverse deutsche Politiker zu gebärden :-)

Wir danken allen Vortragenden und Teilnehmern des WAM-Workshops 2010 für Ihre Teilnahme, die spannenden Vorträge, die vielfältigen Rückfragen und die engagierte Diskussion in den Pausen und beim Dinner auf dem Süllberg. Nächstes Jahr findet der WAM-Workshop am 10. und 11. November statt – wir werden Sie rechtzeitig über weitere Details informieren.

von
lilienthal


Datum:
29. November 2010 um 11:10

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Das Ende der Salamitaktik?

von Holger Breitling

Analogien zwischen IT und Bauwesen haben Konjunktur. Aus diesem Blickwinkel erscheint mir ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (“Salamitaktik”) vom 29. März 2010 bemerkenswert.

Dort wird vom Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft berichtet, der die Kostenexplosion beim Bau der Elbphilharmonie kritisch überprüfen soll. Der Artikel stellt fest:

Dieser Untersuchungsausschuss könnte weitreichende Konsequenzen für öffentliche Bauten in Deutschland haben. Denn die parlamentarische Aufarbeitung der Kostenexplosion bei der Elbphilharmonie, die die Hamburger SPD jetzt beschlossen hat, will eine beliebte Praxis beim Bau von Renommee-Projekten beleuchten, deren Erfolg leider davon abhängt, dass sie geheim bleibt: Die Unterdrückung realistischer Kostenschätzungen von öffentlichen Bauten in der Entscheidungsphase, um die Zustimmung für spektakuläre Projekte zu erreichen.

Das Prekäre am Hamburger Untersuchungsausschuss aber sei, dass er diesen Bluff beweisen wolle, und ihm das vermutlich auch gelingen könne. In der Folge werde es in Zukunft möglicherweise ungleich schwerer, Unterstützung für das Besondere zu finden.

Gerüchteweise kommt es auch in IT-Projekten vor, dass interessierte Kreise übertrieben optimistische Schätzungen zur Grundlage von Entscheidungen machen, um “Unterstützung für das Besondere” zu finden…

Glücklicherweise (?) gibt es in diesem Umfeld aber kaum einmal Untersuchungsausschüsse.